Chakraöle 1–3: Muladhara, Svadhisthana & Manipura im Ritual
Muladhara, Svadhisthana und Manipura Chakraöl als Duftanker für drei kurze persönliche Rituale – mit Auswahlhilfe, ko...
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Feierabend ist ein merkwürdiges Wort geworden. Die Arbeit ist vielleicht beendet, aber der Tag liefert weiter: Nachrichten, Mails, Videos, Termine für morgen, ein schneller Blick aufs Wetter, noch eine Antwort im Messenger. Man sitzt längst auf dem Sofa und ist trotzdem noch im Reaktionsmodus.
Ich glaube deshalb nicht, dass wir am Abend noch eine weitere perfekte Routine brauchen. Was oft fehlt, ist etwas viel Einfacheres: ein sichtbarer Übergang. Ein paar kleine Handlungen, die sagen: Jetzt muss nichts Neues mehr hereinkommen.
Für mich funktioniert das besser als jede lange Checkliste. Fünf kleine Übergänge reichen.
„Weniger aufs Handy schauen“ ist ein guter Vorsatz und ein schlechter Ablauf. Solange das Gerät neben mir liegt, entscheide ich immer wieder neu. Deshalb ist ein fester Parkplatz einfacher: Ladegerät im Flur, auf der Kommode oder an einem anderen Platz, der nicht direkt neben Sofa und Bett liegt.
Es geht nicht darum, den ganzen Abend digital asketisch zu werden. Zwanzig oder dreißig Minuten ohne neuen Input können schon reichen, um den Charakter des Abends zu verändern. Wichtig ist weniger die Dauer als die Wiederholung.
Wer nach einem lauten Tag erst einmal grundsätzlich herunterkommen möchte, findet in meinem 20-Minuten-Calm-down-Ritual eine noch kompaktere Variante.
Ich habe lange unterschätzt, wie deutlich Licht einen Raum in „Tag“ oder „Abend“ einteilt. Das große Deckenlicht ist praktisch. Es sagt aber auch: Hier wird noch gearbeitet, gesucht, aufgeräumt und erledigt.
Ein kleiner Lichtwechsel ist unkompliziert: Hauptlicht aus, eine seitliche Lampe an, vielleicht Kerzenlicht dazu. Schon sieht derselbe Raum anders aus. Nicht luxuriöser, nicht instagramtauglicher – einfach abendlicher.
Wenn Kerze und Raumduft zusammen eingesetzt werden, sollte weniger oft mehr sein. Dazu habe ich bereits ausführlicher beschrieben, wie sich Kerzenlicht und Duft sinnvoll kombinieren lassen, ohne den Raum mit zu vielen Reizen zu überladen.
Der direkte Sprung von Bildschirm zu „Jetzt entspanne ich mich“ klappt bei mir selten. Besser funktioniert eine kleine praktische Handlung dazwischen: Wasser aufsetzen, Tee machen, eine Tasse holen, das Kissen aufschütteln oder ein paar Seiten eines Buches bereitlegen.
Das klingt banal – und genau das ist der Vorteil. Ein Ritual muss nicht spektakulär sein. Es braucht auch kein Zubehörpaket. Eine wiederkehrende Handlung kann reichen, um aus einem unbestimmten Feierabend einen erkennbaren Abschnitt zu machen.
Und nein: Aus der Tasse Tee muss kein Gesundheitsprojekt werden. Man muss nicht jeden Abend analysieren, welche Sorte heute optimal wäre. Manchmal ist Tee einfach Tee.
Ich mag Düfte als Teil eines Abendrituals, gerade weil sich Wiederholung gut merken lässt. Wenn ein bestimmter Raumduft oder eine Duftkerze häufig zu einem ruhigen Abendmoment gehört, kann dieser Duft irgendwann genau mit diesem Moment verbunden sein.
Das ist für mich viel interessanter als die Behauptung, ein bestimmter Duft würde automatisch entspannen oder den Schlaf verbessern. Solche Versprechen braucht es nicht. Duft kann Atmosphäre schaffen und ein persönliches Wiedererkennungszeichen sein. Mehr muss er nicht leisten.
Deshalb verwende ich abends lieber einen vertrauten Duft bewusst als mehrere Produkte gleichzeitig. Das hält den Raum ruhig und das Ritual einfach.
Der schwierigste Übergang ist oft nicht das Handy oder das Licht, sondern die Vorstellung, dass vor dem Feierabend alles fertig sein müsste. Das funktioniert fast nie. Es gibt immer noch eine Mail, eine Ablage, eine Bestellung, eine Nachricht oder eine Idee für morgen.
Ich versuche deshalb, abends einen Satz ernst zu nehmen: Das kann morgen weitergehen.
Das ist keine Einladung zum Aufschieben. Es ist eine Grenze. Ein Abendritual funktioniert nur dann als Abschluss, wenn danach nicht sofort die nächste Aufgabe eröffnet wird.
Wenn wenig Zeit oder Energie da ist, sieht mein kleinstes Abendritual so aus:
Das sind keine Regeln. An manchen Abenden gibt es Besuch, einen Film, späte Arbeit oder schlicht keine Lust auf irgendein Ritual. Dann fällt es aus. Entscheidend ist nicht die lückenlose Serie, sondern dass man einen einfachen Weg kennt, zu dem man zurückkehren kann.
Das ist für mich der wichtigste Punkt. Auch Selfcare kann anstrengend werden, wenn aus jeder Pause wieder ein Programm entsteht: richtige Uhrzeit, richtige Dauer, richtige Getränke, richtige Düfte, richtige Atemtechnik.
Ich möchte am Abend nicht noch besser funktionieren. Ich möchte irgendwann aufhören zu funktionieren müssen.
Vielleicht reicht dafür schon ein Handy auf der Kommode, weniger Licht, eine Tasse in der Hand und ein paar Minuten ohne neue Informationen. Ein kleiner Übergang statt einer perfekten Routine.
Mehr Ideen für ruhige Abendmomente findest du auch in meinem Beitrag Herbstliches Home Spa am Abend – ebenfalls mit dem Grundsatz: einfach, machbar und ohne Leistungsdruck.
Über DI: DI ist das redaktionelle Pseudonym des Gründers von SteinKunstWerk. Hier geht es um kleine Rituale, Duft, Wohnatmosphäre und bewusste Momente im Alltag – nicht um Perfektion, sondern um Dinge, die sich tatsächlich umsetzen lassen.
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Mach aus dem Lesen ein Ritual.
Wenn dich der Beitrag gerade trifft: nimm die Stimmung mit – als Duft, Deko oder Geschenkidee.
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